Gedanken zum Wochenende: So scheitern Unternehmen

29.09.2018

Warum Unternehmen scheitern - oder: Es braucht Smart Growth / smartes Wachstum



convenience-college Zitat Jeff Bezos Smart Growth

Viele Unternehmensführer/CEO glauben immer noch an unlimitiertes Wachstum als Wert an sich. Dieser Glaube ist falsch!


Was heute und in Zukunft benötigt wird ist smartes Wachstum (smart growth) um inneres und äußeres Wachstum im Einklang zu halten.

Warum ist das so wichtig?


Zur Verdeutlichung die folgende Grafik:



Smart Growth 4-Dimensions

Die Anforderungen an Unternehmen und CEO haben sich geändert, geradezu massiv verschoben:


I) Im Unternehmen selbst


1. Mündiger Mitarbeiter wollen überzeugt werden, nicht bevormundet.

2. Mündige Mitarbeiter treffen eigenständige Entscheidungen.

3. Für eigenständige Entscheidungen braucht es transparente und effiziente Informationsfluss-Managementsysteme. Ryver oder Slack bieten hier gute Ansätze.

4. CEO müssen verinnerlichen, wie smart growth funktioniert.

5. Es bedarf einer Vision und gemeinsamer Werte im Unternehmen.

6. Primäre Führungsaufgabe ist die Sicherstellung, dass die gemeinsamen Werte wirklich geteilt werden.

7. Die CEO müssen den Elfenbeinturm verlassen und ergebnisoffen mit den Mitarbeitern kommunizieren.

8. Der Informationsfluss muss in alle Richtungen barrierefrei funktionieren.

9. Kollaboration und die Fähigkeit zur echten, ergebnisorientierten Zusammenarbeit sind ein Schlüsselfaktor, eine Key-Competence für Mitarbeiter.

10. Kollaboration kommt vor Karriere.

11. Es braucht eine Balance zwischen Sturheit und Flexibilität - siehe Jeff Bezos.

12. Mitarbeiter und Unternehmen brauchen Grid.



II) Im Außenfokus mit den Kunden


1. Kunden nutzen zunehmend kollaborative Wirtschaftsmodelle wie Car Sharing etc.

2. Kundenbeziehungen müssen fair und transparent sein. Kunden verzeihen nicht.

3. Jedem Kundenkontakt muss eine maschinell auswertbare Feedbackbitte folgen.

4. Nachhaltigkeit - ökologisch wie ökomonisch - kommt vor Wachstum.

5. Unternehmen müssen transparent und ergebnisoffen mit den Kunden kommunizieren.

6. Für offene und barrierefreie Kommunikation bedarf es effizienter Informationsfluss-Managementsysteme.

7. Communities sind ein must to have.

8. Eventuelle Fehler müssen offen und ehrlich kommuniziert werden und die Fehlerquelle muss beseitigt werden. VW und Facebook zeigen wie man es nicht machen soll.

9. Unternehmen haben nicht nur einen ökologischen Fußabdruck, sondern auch einen sozialen.

10. Der soziale Fußabdruck muss fair und ausgeglichen sein. Wenn bspw. ein Pharmakonzern hohe Gewinne mit einem Medikament erwirtschaftet, sollte er das Medikament Bedürftigen, die es sich sonst nicht leisten könnten, zum Selbstkostenpreis anbieten.



Woran scheitern nun Unternehmen?


Unternehmen scheitern an Stagnation genauso wie an unkontrolliertem Wachstum. An der Unwissenheit ihres Top-Managements, dass sich im Elfenbeinturm der Unter-nehmenszentrale verschanzt und sich nur von der Managementebene darunter informieren lässt. - Diese hat aber eigene Interessen und ist daher häufig die Lehm- wie auch Lähmschicht. (Dazu mehr in einem späteren Blog an dieser Stelle mehr.)

Es entsteht der DDR-Effekt, bei dem das Top-Management glaubt, alles sei in bester Ordnung. Gleichzeitig geben die Mitarbeiter nur noch Lippenbekenntnisse ab, verhalten sich passiv, boykottieren Beschlüsse. Mitunter passiv-aggressiv und sind längst in der inneren Kündigung. Im besseren Fall haben sie wirklich gekündigt, denn so schaden sie dem Unternehmen nicht mehr und es gibt einen Key-Indikator - Anzahl der Kündigungen (zusammen mit der Krankheitsquote) der anzeigt, dass das Unternehmen nicht mehr gesund ist.


Unternehmen scheitern also meistens an ihrer eigenen Führung. Scheitern an einem Wachstum, bei dem die internen Prozesse zu eng gefasst sind, nicht mitwachsen, nicht atmen können. Scheitern an den fehlenden bzw. nicht ausreichenden Mitarbeiter-kompetenzen und der schlicht fehlenden Zahl von Mitarbeiterkapazitäten.


Unternehmen scheitern an dem puren Wachstumswillen ihrer Führung. An dem Cäsarenwahn der CEO zu glauben immer alles Im Griff zu haben, alles besser zu wissen und smart zu sein.


Das ist das Gegenteil von smart - das nennen wir Hybris...


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